Selten und teuer, wie es ist, kann Kaktusfeigenkernöl mit anderen Ölen verschnitten oder unter irreführenden Bezeichnungen verkauft werden. Hier einige Anhaltspunkte, um reines Kaktusfeigenkernöl zu erkennen und bewusst auszuwählen.

Ein öliges Mazerat (Pflanzenmaterial, das in einem anderen Öl eingelegt wurde) ist ein anderes Produkt: Es ist kein reines Kaktusfeigenkernöl. Lesen Sie immer die Inhaltsstoffliste.

Der wesentliche Unterschied: kaltgepresstes Öl oder Mazerat

Das ist die erste Unterscheidung. Natives kaltgepresstes Öl wird durch mechanisches Pressen der Kaktusfeigenkerne gewonnen, ohne Erhitzen und ohne chemische Lösungsmittel. Ein Verfahren mit geringer Ausbeute, denn die Kerne enthalten nur wenig Öl.

Ein Mazerat (oder „Ölauszug“) entsteht, indem Pflanzenmaterial mehrere Wochen lang in einem Basisöl, oft Sonnenblumenöl, eingelegt wird. Das ist ein legitimes Produkt, aber kein reines Kaktusfeigenkernöl: Seine Zusammensetzung entspricht größtenteils der des Basisöls. Steht auf dem Etikett „Mazerat“ oder „Ölauszug“, kaufen Sie kein reines Kernöl.

Farbe: goldgelb bis grünlich

Kaltgepresstes Kaktusfeigenkernöl ist in der Regel goldgelb bis grünlich. Der Farbton kann je nach Herkunft der Früchte und Verfahren variieren.

Eine ungewöhnliche Farbe (leuchtend orange oder fast farblos) kann auf ein raffiniertes, verschnittenes oder falsch deklariertes Produkt hindeuten: Fragen Sie ruhig beim Verkäufer nach. Ein raffiniertes oder desodoriertes Öl hat einen Teil seiner ursprünglichen Bestandteile verloren.

Duft: dezent, leicht pflanzlich, niemals parfümiert

Kaktusfeigenkernöl hat einen dezenten, leicht pflanzlichen Duft mit einer krautigen Note. Ein starker Geruch oder zugesetzter Duft sollte nicht wahrnehmbar sein.

Riecht das Öl stark fruchtig oder blumig, wurden wahrscheinlich Duftstoffe zugesetzt. Ein reines Öl behält einen dezenten, natürlichen Duft.

Der Preis: ein Hinweis, kein Beweis

Die Herstellung von kaltgepresstem Kaktusfeigenkernöl erfordert viele Früchte und viel Arbeit – das erklärt seinen hohen Preis. Seien Sie vorsichtig bei Preisen, die für die angebotene Menge ungewöhnlich niedrig sind.

Ein sehr niedriger Preis ist kein Beweis für Betrug, aber ein guter Grund, vor dem Kauf Inhaltsstoffliste, Herkunft und Zertifizierungen zu prüfen.

Zertifizierungen, die wichtig sind

Zertifizierungen, auf die Sie achten sollten:

Bio (Ecocert oder eine andere zugelassene Stelle): Das Öl stammt aus biologischem Anbau, kontrolliert von einer unabhängigen Stelle. COSMOS: internationaler Standard für Bio- und Naturkosmetik. Fair for Life: Fair-Trade-Zertifizierung (gerechter Preis, menschenwürdige Arbeitsbedingungen). ISO 22716: gute Herstellungspraxis für Kosmetika.

Fehlt eine Zertifizierung, heißt das nicht, dass ein Öl verfälscht ist – eine von einer unabhängigen Stelle kontrollierte Zertifizierung bietet jedoch eine zusätzliche Garantie.

Häufige Fallstricke

„Kaktusfeige in Jojobaöl mazeriert“: Das ist ein Mazerat, kein reines Kaktusfeigenkernöl.

„Kaktusfeigenextrakt“: Dieser vage Begriff kann vieles bedeuten. Ein reines Öl steht in der Inhaltsstoffliste unter der INCI-Bezeichnung „Opuntia Ficus-Indica Seed Oil“.

„Kaktusfeigenduft“: Das ist eine Duftnote, die nichts mit dem Kernöl zu tun hat.

Durchsichtige Kunststoffflaschen: Reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, ist das Öl licht- und oxidationsempfindlich. Wählen Sie eine undurchsichtige Flasche oder eine aus getöntem Glas und bewahren Sie sie vor Wärme geschützt auf.

Was auf dem Etikett stehen muss

In der Europäischen Union muss das Etikett eines kosmetischen Mittels unter anderem Folgendes angeben (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, Artikel 19):

Die Liste der Inhaltsstoffe (bei einem reinen Öl nur „Opuntia Ficus-Indica Seed Oil“). Name und Anschrift der verantwortlichen Person. Den Nenninhalt. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder die Verwendungsdauer nach dem Öffnen (Symbol des geöffneten Tiegels). Die Chargennummer. Gegebenenfalls besondere Vorsichtsmaßnahmen. Das Ursprungsland bei außerhalb der EU hergestellten Produkten. Herkunft der Früchte und Zertifizierungen sind zusätzliche nützliche Angaben.

Seien Sie vorsichtig bei Etiketten, die die Gewinnungsart nicht angeben, das Öl ohne klaren Hinweis mit anderen Zutaten mischen oder keine Inhaltsstoffliste aufweisen.

Wo Sie mit gutem Gewissen kaufen

Kaufen Sie bei Produzenten oder Marken, die offen über die Herkunft ihres Öls informieren. Achten Sie besonders auf:

Rückverfolgbarkeit: Der Verkäufer sollte Ihnen sagen können, woher das Öl stammt und welche Kooperative oder welcher Betrieb es hergestellt hat. Überprüfbare Zertifizierungen. Transparenz über die Herstellungsweise. Klare Rückgabebedingungen.

Unser reines Öl entdecken

Atlas Pure: 100 % reines Öl, kaltgepresst aus Kaktusfeigenkernen von einer marokkanischen Frauenkooperative mit den Zertifizierungen Bio Ecocert, Cosmos und Fair for Life.

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Quellen: Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, Artikel 19 (EUR-Lex); Al-Naqeb G. et al. (2021), „Prickly Pear Seed Oil Extraction, Chemical Characterization and Potential Health Benefits“, Molecules 26(16), 5018; COSMOS-standard (cosmos-standard.org); Fair for Life (fairforlife.org).